Die Berliner Philharmoniker sind ein Sinfonieorchester. Sie genießen den
Ruf, eines der führenden Ensembles weltweit zu sein.
Das Orchester ist seit 2002 als Stiftung des öffentlichen Rechts unter Trägerschaft des Landes Berlin organisiert.
2004 erhielt das Orchester den Herbert-von-Karajan-Musikpreis in Baden-Baden. Derzeit verfügt das Orchester über 129 Planstellen.
Nachdem das alte Stammhaus 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, ist seit 1963 die von Hans Scharoun konzipierte neue Berliner Philharmonie am Kemperplatz in Berlin-Tiergarten die Heimstätte der Berliner Philharmoniker.
Geschichte:
Als Ahnvater der Berliner Philharmoniker kann letztlich der aus dem schlesischen Liegnitz stammende Dirigent Johann Ernst Benjamin Bilse (1816-1902) angesehen werden. Das ehemalige Mitglied der Kapelle von Johann Strauß (Vater) stellte 1867 ein Orchester zusammen, mit dem er im neuerbauten Concerthaus an der Leipziger Straße regelmäßig Konzerte gab. Die sogenannten „Bilsekonzerte“ waren bald äußerst populär. Das Ensemble war zwar ein Unterhaltungsorchester, zunehmend nahm Bilse aber auch ernste Musik ins Repertoire auf, brachte schließlich auch Werke von Liszt und Tschaikowski zur Uraufführung, und schließlich dirigierte sogar Richard Wagner das Bilse-Orchester als Gastdirigent.
Den Anlass zur Gründung der Philharmoniker könnte
Anfang Januar 1882 der Auftritt der Meininger Hofkapelle, unter der Leitung von Hans von Bülow das seinerzeit führende Orchester
Deutschlands, in der Sing-Akademie zu Berlin gegeben haben, der von der
Presse bejubelt wurde. Stimmen wurden laut, dass auch die frischgekürte Reichshauptstadt eines angemessenen und repräsentativen Klangkörpers bedürfe. Die Berliner Zeitung schrieb: „Vielleicht
gibt dieser Erfolg gewissen Kreisen Veranlassung, dem großen Dirigenten ein anderes Pult zuzuweisen wie in Meiningen. Wir brauchen uns wohl nicht erst deutlicher
auszudrücken.“
Ein paar Monate später kam es in der Bilse-Kapelle zur Revolte. Für eine Konzertfahrt nach Warschau hatte Bilse Fahrkarten der vierten Klasse besorgt, worüber die ansonsten schon unterbezahlten Musiker verärgert waren, und 54 unter ihnen
beschlossen nun, ihr eigenes Orchester zu gründen, das sie selbst regieren und verwalten wollten. Sie verpflichteten sich zum „gegenseitigen unverbrüchlichen Zusammenhalten“ und zur persönlichen
Haftung für die Ausgaben des Ensembles. Der 1. Mai 1882 war der Gründungstag des neuen Orchesters.
Die Berliner Philharmoniker wurden 2007 für ihren
Beitrag zur europäischen Integration mit der Karlsmedaille für europäische Medien
geehrt.
Die Berliner Philharmoniker und ihr Künstlerischer Leiter Sir Simon Rattle wurden am 17. November 2007 als
Internationale UNICEF-Botschafter benannt. Das Orchester ist
damit die erste Institution, die diesen Titel trägt, und der einzige Internationale UNICEF-Botschafter aus Deutschland.
Die Aufnahmen des Orchesters haben zahlreiche Preise gewonnen.